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Unser Gehirn - ein Wunder der Evolution!

Torsten Seelbach Geschäftsführer der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement (AFNB)03.2012, Köln - Interview mit Torsten Seelbach Geschäftsführer der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement (AFNB) - Torsten Seelbach ist seit 2008 Geschäftsführer und Mitbegründer der AFNB. Die Erkenntnisse der Gehirnforschung für die Aus- und Weiterbildung in Unternehmen, für Entscheider und Weiterbildungsteilnehmer, zu nutzen, sind die Strategieinhalte der Akademie. Dr. Hans-Dieter Pries, Partner der LMV-Jobbörse, arbeitet im Training und Bildungsmanagement erfolgreich mit den neurowissenschaftlichen Erkenntnissen der modernen Hirnforschung auf Basis der AFNB.  Neurowissenschaftliche Verständnisse über die Funktion unseres Gehirn werden in der Zukunft maßgeblich dazu beitragen, dass sich unser Bildungssystem in vielen Bereichen unseres Lebens verändern wird und wir uns mit den Forschungserkenntnissen über unser Gehirn beschäftigen müssen.
Quelle: Lmv-Jobboerse, Autor Manfred Lorenzen

Kaum eine Wissenschaft hat in den letzten zehn Jahren größere Fortschritte erzielt als die Gehirnforschung. Was muss ich wissen, wenn es um die richtigen Ansprache, Führung und Motivation der Mitarbeiter geht.  Kann ich im Alter noch lernen – was muss ich über das Lernverhalten, wenn ich „graue Gehirnzellen“ habe, wissen?

Erleben Sie in den AFNB-Seminaren, inhouse- oder auch in extern Seminaren, wie Sie dem Gehirn bei seiner Arbeit quasi zuschauen können und daraus Lernergebnisse ableiten können. Die Lernziele  sind, die wissenschaftlichen Erkenntnisse anzuwenden und erfolgreich in der privaten und unternehmerischen Aus- und Weiterbildung vorteilhafter zu nutzen. Die bisherigen Seminar- und Trainingsinhalte in Verkaufs-, Coaching- oder auch Motivationsseminaren, die wir von den Inhalten her alle schon einmal erlebt haben, müssen wir vom Nutzenergebnis neu hinterfragen – dass ist die Meinung von Manfred Lorenzen, der Torsten Seelbach in verschieden Seminarveranstaltungen mit Begeisterung erlebt hat! Lesen Sie die spannenden Antworten, die Torsten Seelbach der Redaktion LMV-Jobbörse auf die Fragen über „unser Gehirn“ gegeben hat.

Ein erfolgreicher Trainingspartner der AFNB ist Dr. Hans-Dieter Pries, Dr. Pries GmbH, Lemgo.  http://www.hdp-consult.de/stellenangebote/jobboerse.html

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
AFNB – Wer ist AFNB, welche Ziele verfolgt AFNB, seit wann gibt’s AFNB, wie sieht die Organisationsstruktur aus?

Die AFNB, also die Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement, gibt es seit 2009. Das Ziel unsrer Akademie ist im übertragenen Sinne, eine Brücke zwischen der Wissenschaft und der Wirtschaft zu bauen. Konkret bedeutet dies, dass wir Erkenntnisse der modernen Hirnforschung für erfahrene Trainer, Berater und Coaches verständlich aufbereiten und diesen dann die Materialen für eigene Schulungs- und Trainingszwecke zur Verfügung stellen.

Die Organisation der AFNB besteht inzwischen aus einem Team von 14 Mitarbeitern, die in den unterschiedlichsten Bereichen für uns als angestellte oder als freiberufliche Mitarbeiter tätig sind. So gibt u.a. Mitarbeiter, die die neuowissenschaftlichen Erkenntnisse recherchieren und ihre Quellen prüfen. Andere erstellen multimediale Dateien in Form von Audios, Videos, Präsentationen oder Dokumentationen. Und wiederum andere planen und organisieren unsere rund 100 bundesweiten Veranstaltungen pro Jahr.

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
Wer ist Torsten Seelbach und welche Funktion übt er aus?

Ich selbst bin Gründer und Geschäftsführer der Akademie. Ursprüngliche studierte ich Betriebswirtschaftlehre und war viele Jahre als Führungskraft für verschiedene Unternehmen tätig. Später machte ich mich als Trainer selbständig und spezialisierte mich auf die Aus- und Weiterbildung von Führungskräften. Im Rahmen dieser Tätigkeit erlebte ich sehr häufig, das psychologische Erkenntnisse von Führungskräften oft belächelt, oder sogar als Psychotricks abgestempelt wurden. Und weil man sie nicht beweisen konnte, führte dies oft zu ergebnislosen Diskussionen. Das war der Grund, warum ich anfing, mich für die Gehirnforschung zu interessieren. Ich suchte nach wissenschaftlichen Beweisen für die Erkenntnisse der Psychologie. Hierzu reichte es aber nicht aus, einfach ein paar Bücher zu lesen, und so beschloss ich, mich an der medizinischen Fakultät der Universität Köln einzuschreiben und Neurowissenschaften zu studieren. Außerdem nahm ich als Proband am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung an Studien zur Erforschung von Entscheidungsverhalten und Gehirnaktivitäten teil. Das alles dauerte insgesamt drei Jahre, in denen ich studierte und das Unternehmenskonzept für unsere Akademie entwickelte.

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
AFNB hat einen Mitglieder- und Trainerstamm von mehr als 300 Mitgliedern in Deutschland. Wie könnte auch ich Mitglied werden, welche Qualifikationen und Merkmale muss ich mitbringen?

Die Anzahl unserer Mitglieder ist begrenzt. In unseren bundesweit 12 Zentren werden daher jeweils maximal 30 Mitglieder aufgenommen. Voraussetzung, um Mitglied zu werden ist, dass man über eine möglichst langjährige Berufserfahrung als Trainer, Berater oder Coach verfügt. Und wir achten darauf, dass sich die Mitglieder in dem jeweiligen Zentrum sehr interdisziplinär zusammensetzen. Das bedeutet, dass wir darauf achten, dass die Mitglieder aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen kommen. Das fördert nicht nur den interaktiven Wissensaustausch unter den Mitgliedern, sondern reduziert auch das Konkurrenzdenken.

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
Erkenntnisse aus der Gehirnforschung – wird sich aufgrund der aktuellen Erkenntnisse der Aus- und Weiterbildungsmarkt radikal verändern?

Der Aus- und Weiterbildungsmarkt ist leider ein sehr träger Markt und in Schulen und Universitäten gibt es genauso wie in Unternehmen oft eingefahrene Ausbildungsmethoden und -konzepte, die sich nicht über Nacht verändern lassen. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich nach und nach die Erkenntnisse der Gehirnforschung immer stärker durchsetzen werden und sich dann auch die Aus- und Weiterbildungsmethoden in unserem Land verändern werden.

- Neurales Netzwerk menschliches Gehirn

Neurales Netzwerk menschliches Gehirn

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
Beim Lesen der aktuellen Forschungsergebnisse stellt sich die Frage, ob bisherige Seminar- und Trainingskonzepte, die es seit Jahrzehnten im Markt gibt, bald Schnee von gestern sein werden?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal bejahen, denn viele gute Trainer, Berater und Coaches machen „gefühlsmäßig“ vieles richtig. Ein entscheidender Vorteil der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist jedoch, dass man zukünftig das, was man „gefühlsmäßig“ richtig gemacht hat, jetzt auch beweisen kann. Das führt bei den Schulungsteilnehmern nicht nur zu einer höheren Glaubwürdigkeit, sondern auch zu einer nachhaltigeren Wirkung. Aber, es gibt auch sicher viele Trainer, Berater und Coaches, die ihre Konzepte ganz oder zumindest teilweise überarbeiten müssen. Für diese Personen haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse den Vorteil, dass sie jetzt wissen, warum ihre Konzepte nicht funktionieren und können ihre Inhalte korrigieren.

Synapse zwischen den Gehirnzellen

Synapse zwischen den Gehirnzellen

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
Die Erkenntnisse aus der Gehirnforschung werden ja erhebliche Veränderungen in der Personalauswahl und –beurteilung sowie Mitarbeiterführung nach sich ziehen. Worauf muss ein HR-Manager in Zukunft achten und was muss er bei der Umsetzung dieser Erkenntnisse berücksichtigen?

Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, stehen in vielen Unternehmen immer noch Zeugnisnoten und Beurteilungen im Vordergrund. Wie uns aber die modernen Erkenntnisse der Gehirnforschung bestätigen, ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit das persönliche Wertesystem des Bewerbers von viel größerer Bedeutung. Das persönliche Wertesystem entwickelt sich im Gehirn während der Kindheit und der Jugend eines Menschen. Nur wenn dieses Wertesystem zu der Unternehmenskultur passt, wird eine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich sein.

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
In den Vorträgen der AFNB nehmen die Themen Führung und Motivation der Mitarbeiter einen breiten Raum ein. Welche Handlungsschritte empfehlen Sie einem HR-Manager für die Praxisumsetzung.

Wenn es um die Führung und Motivation von Mitarbeitern geht, geben uns die Erkenntnisse über die Spiegelneuronen wertvolle Hinweise. Diese Neuronen sind u.a. dafür zuständig, dass wir über Empathie, also Einfühlungsvermögen, verfügen, und Einfühlungsvermögen ist eine Eigenschaft, über die Führungskräfte besonders gut verfügen sollten.

Ein anderer Aspekt für erfolgreiche Führung ist die Vorbildfunktion der Führungskraft. Damit ist nicht gemeint, dass z.B. der Vertriebsleiter auch der beste Verkäufer sein muss. Vielmehr geht es um Tugenden, wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Vertrauenswürdigkeit usw. Nur wenn diese Tugenden seitens der Führungskraft praktiziert werden, wird im Gehirn des Mitarbeiters das System der Spiegelneuronen positiv aktiviert. Die Folge ist, der Mitarbeiter ist motiviert und die Führungskraft wird akzeptiert

Gehirnströme und Signale

Gehirnströme und Signale

Redaktion LMV-Jobboerse.de:
Wie werden die Erkenntnisse der Neurowissenschaft das Lernverhalten der Mitarbeiter in einem Unternehmen, vom Berufseintrag bis zum 60zigsten Lebensjahr, begleiten und beeinflussen?

Lernen wird oft als mühevoll und langweilig empfunden. Der Grund dafür ist, dass wir das zu Lernende unserem Gehirn falsch anbieten. Junge Menschen können sich noch sehr gut über Auswendiglernen Wissen aneignen, z.B. Formeln oder Vokabeln lernen. Ab dem 25. bis 30. Lebensjahr funktioniert dies aber immer schwieriger. Ab diesem Alter müssen dann andere Lernmethoden genutzt werden. Dazu gehören u.a. Eselsbrücken oder Lernen im Kontext.

Ein weiterer Grund, warum vor allem ältere Menschen keinen Spaß mehr am Lernen haben ist, dass sie glauben, dass sie nicht mehr lernen können. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen uns aber, dass ältere Menschen genauso gut wie jüngere Menschen lernen können. Der einzige Unterschied ist, es geht langsamer.

Das es langsamer geht, wird u.a. über den Botenstoff Acetylcholin gesteuert. Die Konzentration dieses Botenstoffs nimmt mit zunehmendem Alter ab und die Lerngeschwindigkeit reduziert sich. Dass wir mit zunehmendem Alter langsamer lernen ist aber nicht schlimm, sondern sogar von der Natur gewollt. Unser Gehirn möchte nämlich, dass wir mit zunehmendem Alter einen besseren Blick für die Details bekommen und dass wir das neu gelernte mit dem bereits bestehenden Wissen sinnvoll verknüpfen – und das braucht nun halt ein wenig mehr Zeit.

Besuchen sie die Website der Akademie für neurowissenschaftliches Bildungsmanagement (AFNB) unter http://www.afnb.de/

Quelle: Lmv-Jobboerse, Autor Manfred Lorenzen

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